Grundsätze und Ziele

Der Aufbau e. V. ist ein gemeinnütziger und selbstloser Verein, der sich einer demokratisch und ökologisch organisierten Gemeinschaft verschrieben hat. Dabei stehen neben dem kooperativen Austausches vor allem ein unmittelbares und partizipatorisches Umwelterleben sowie eine nachhaltige Alltagsgestaltung im Zentrum der Bemühungen.

Entstanden aus einem Gartenprojekt in der St. Anton Siedlung in Lechhausen, das den Beteiligten den Zugang zu gärtnerischen und handwerklichen Tätigkeiten ermöglicht, zeichnet sich der Verein durch die Heterogenität seiner Mitglieder aus. Verbunden durch das gemeinsame Bedürfnis nach Unmittelbarkeit und Mitwirkung, haben sich Menschen aus unterschiedlichsten Hintergründen zusammen gefunden, um beim gemeinsamen Gärtnern, bzw. der gemeinsamen Planung und Umsetzung von sozial und ökologisch motivierten Projekten, der fortschreitenden Anonymisierung und Entfremdung des urbanen, bzw. globalen Lebens entgegen zu wirken.

Demokratie, Völkerverständigung und Inklusion

Der Aufbau e. V. stellt eine offenen und niedrigschwellige Gemeinschaft dar, in der jeder seine individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse einbringen kann. Durch das gemeinsame Organisieren und Arbeiten sollen sich Menschen unterschiedlicher ethnischer, sprachlicher, kultureller und sozialer Herkunft mit den übergeordneten Zielen der Völkerverständigung und Toleranz begegnen. Vielseitige Partizipations-­ und Mitbestimmungsmöglichkeiten lassen die Mitglieder Selbstwirksamkeit und Verbundenheit erfahren. Dabei gelten die Ideen der Inklusion und Konsensfähigkeit als richtungsweisende Maßstäbe. Im öffentlichen Raum des Vereins soll Heterogenität nicht als Makel, sondern als Bereicherung etabliert, Fremdenhass vermieden und soziale Integrationsprozesse gefördert werde.

Handwerkliche Fähigkeiten

Ein besonderer Schwerpunkt des Vereins gilt auch der Vermittlung und Förderung von handwerklichen Fähigkeiten. So finden sich unter den Mitgliedern Architekten, Holztechniker, Zimmermänner, Schreiner und Gärtner die ihr Wissen bei der Durchführung von Projektwochen, Workshops und anderen Veranstaltungen teilen. Auf diese Weise wird das Vereinsgrundstück in Eigenregie kultiviert und erschlossen und die nötige Infrastruktur, wie beispielsweise der Gemeindestadel, vom Verein selbst geschaffen. Entstehungsprozesse können unmittelbar und vollständig erlebt und nachvollzogen werden, wodurch die Gemeinschaft gestärkt und die individuelle Selbstwirksamkeit gefördert wird.

Natur- und Umweltschutz

Ein weiteres Anliegen des Aufbau e. V. ist die Förderung des Natur- und Umweltschutzes. Dabei soll sowohl das allgemeine Bewusstsein für unsere natürliche Lebensgrundlage gestärkt, sowie im Speziellen eine umweltschonende Nutzung und Bewirtschaftung des Gemeinschaftsgartens gesichert werden. Durch die Gestaltung der Gartenflächen nach ökologischen Gesichtspunkten (beispielsweise durch geringe Bodenversiegelung oder die Berücksichtigung von vorhandenen Biotopstrukturen und Baumbestände) möchten wir die Grundsätze der Nachhaltigkeit, sowie die biologischen Artenvielfalt fördern.

Sozial- und Erlebnispädagogik

Über ein ökologisch und handwerklich geprägtes Wirken hinaus, verfolgt der Aufbau e. V. auch sozial- und erlebnispädagogische Ziele. So finden sich unter den Mitgliedern Pädagogen, Soziologen und Therapeuten, die ihr Wissen in die Vereinsarbeit einbringen. Insbesondere durch die Zusammenarbeit mit der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe soll gesellschaftlichen Missständen entgegen gewirkt werden. So stellt der sichere Raum des Gartens den idealen Ort zur Rückbesinnung auf ganzheitliche Werte dar und bietet gleichzeitig die Möglichkeit im unmittelbaren Umwelterleben Kräfte zu tanken.

Resilienz in der Gemeinschaft stärken

Neben der spezielle Orientierung an den Herausforderungen einer heterogenen Gesellschaft, stellt der Aufbau e. V. eine Gemeinschaft dar, die ihre Mitglieder nachhaltig stärken und für die Herausforderungen des Alltages wappnen möchte. So wird das Gemeinschaftsgrundstück nicht nur für gärtnerische und handwerkliche Zwecke genutzt, sondern auch für verschiedenste Freizeitaktivitäten, wie beispielsweise Bogenschießen, gemeinsames Fußball spielen, Kochen am Lagerfeuer, Zelten oder Freiluftkino. Damit bietet der Verein nicht nur die Möglichkeit zur Mitwirkung, sondern stellt gleichzeitig eine Austauschplattform und Orientierungshilfe dar.